Mama, Papa, Kind – wirklich Papa?

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Vaterschaftstest
Vaterschaftstest

Ist der Papa auch wirklich der Vater?

Die öffentliche Diskussion um den Vaterschaftstest hält sich seit vielen Jahren und irgendwie nerven die täglichen Talkshows beim Zappen durch die Fernsehlandschaft gewaltig, wenn man dabei immer wieder Männern begegnet, die an der Vaterschaft ihrer vermeintlichen Kinder zweifeln. Nicht selten erscheint das Hinterfragen dieser mehr der Enttäuschung über eine schlecht laufende Beziehung oder deren Aus zu sein, denn anhand echter Fakten erwachsen. Aber nun gibt es sie auch, die so genannten Kuckuckskinder. In diesem etwas Off-Topic-Artikel möchten wir uns der Frage widmen, ob Familien wirklich einen Vaterschaftstest brauchen und welche moralischen Werte man dabei zu Rate ziehen sollte. Schließlich stellen Vaterschaft und die Hinterfragung dieser einen immensen Stellenwert im Hinblick auf das Kindeswohl aus, das keinesfalls nur der rechtlichen Würdigung unterliegen sollte.

Gradwandel zwischen Moral, Recht und Pflicht

De facto gibt es Situationen, in denen die Vaterschaft aus diversen Gründen nicht gewiss ist. In einem solchen Fall wird wenigstens für die Mutter die Frage nach einem Vaterschaftstest völlig legitim Es gibt viele Gründe, die ebenfalls dafür sprechen, im Zweifelsfalle für eine Abklärung zu sorgen.. Einerseits möchte eine Mutter diese Frage für sich geklärt wissen (auch z. B. aufgrund eines Gewaltverbrechens), andererseits hat das Kind das Recht auf die Wahrheit, was seine Abstammung betrifft. Auch im Hinblick auf Erbkrankheiten, Organspende und ähnliche Aspekte ist die untersuchte Elternschaft durchaus relevant. Doch auch für den Vater oder den an der Vaterschaft zweifelnden Mann ist es wichtig, zu erfahren, ob er tatsächlich Vater eines Kindes ist. Schließlich erwächst aus der Vaterschaft eine immense Rechtsfolge, die über Sorgerecht, Unterhaltspflicht bis hin zum Erbrecht reicht. Der emotionale Aspekt ist auch beim betreffenden Mann nicht zu ignorieren, da Zweifel an der Vaterschaft sich nachhaltig auf die Ausgestaltung der Vaterrolle auswirken können.

Pro und Contra Vaterschaftstest

Prinzipiell sollte, was die Vaterschaft angeht, allen beteiligten Menschen Sicherheit zugestanden werden – und das bereits ab der Schwangerschaft. Doch der Weg zu dieser Sicherheit sollte unseres Erachtens mit Anstand und Respekt beschritten werden sowie mit allem gebührenden Taktgefühl, das dem immens wichtigen Thema Vaterschaft angemessen ist. In einem Vaterschaftsfeststellungsverfahren geht es bei Weitem nicht nur darum, Aufschluss darüber zu erhalten, ob man Vater des Kindes ist oder nicht, sondern es gilt auch, die Abstammung des Kindes und dessen Wurzeln aufzuklären. Contra Vaterschaftstest. Gibt es nicht. Denn sowohl die Mutter, als auch der Vater, aber erst recht das Kind haben neben dem juristischen Anspruch auch jegliches moralisches Recht auf dieses Wissen. Dennoch sollten Erwachsene sorgfältig abwägen, ob man einen solchen Test zur Überprüfung der Vaterschaft benötigt und wie die Bitte darum auf das Gegenüber wirkt. Insbesondere Frauen gegenüber wirkt die Forderung eines Tests sehr schmähend, vor allem, wenn es tatsächlich keinen Anlass zu Zweifeln gibt. Deshalb sollte nur dann, wenn echte Zweifel angebracht sind, darum gebeten werden. Denn im schlimmsten Fall kann das zerrüttete Vertrauensverhältnis zweier Partner auch das Beziehungs-Aus bedeuten. Missbräuchlich oder in der Hoffnung, Unterhaltspflichten zu entgehen, sollte niemals ein solcher Test durchgeführt werden.

Mit dem Vaterschaftstest richtig umgehen

Bestehen aus irgendwelchen Gründen echte Zweifel, sollte ein Vaterschaftstest für Aufklärung sorgen. Doch den anderen Elternteil mit der Frage danach zu konfrontieren, ist nachvollziehbar alles andere als leicht. Befindet man sich in einer gemeinschaftlichen Paarbeziehung, kann das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört werden, ist man kein Paar, ist oftmals ohnehin die Kommunikation miteinander denkbar schwierig. Da hilft nur, sich gemeinsam auf die Erwachsenenebene zu einigen und im Sinne der Fairness und aus Liebe und Respekt zum Kind offen und ehrlich miteinander umzugehen. Auch wenn es nicht leicht fällt können Zweifel nur sicher abgeklärt werden, wenn beide Erwachsenen gemeinsam diesen Weg beschreiten. Gelingt es, einvernehmlich einen Vaterschaftstest bei einem Unternehmen wie etwa Easy-Dna.de zu machen, lässt sich der umständliche Weg über die Gerichte umgehen. Klar ist: ein offizielles Vaterschaftsfeststellungsverfahren ist der Beziehung zwischen den Erwachsenen und auch zwischen Vater und Kind nicht sonderlich zuträglich.

Foto: Michael Bührke / pixelio.de

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