Läuse – Schock für Eltern und Kind

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Läuse entdeckt - wie geht man damit um?
Läuse entdeckt – wie geht man damit um?

Wie man mit Läusen fertig wird

Hat man bei Kindern Läuse entdeckt, ist das für Eltern und Kind ein Schock. Die ekelhaften Viecher möchte man so schnell wie möglich los werden und man ist ratlos, was tun und was hilft. Im Internet gibt es viele Tipps, die nicht immer sinnvoll sind. Wir haben aus Elternsicht darum eine Artikelserie Kopflaus Spezial verfasst, die Ihnen einen Weg zur Läusefreiheit aufzeigt. Unter dem Link finden Sie alle weiteren Artikel. Zuvor können Sie den nachfolgenden Artikel lesen, der Ihnen schon mal erste Tipps und hoffentlich ein ruhigeres Gefühl vermitteln kann.

Bitte rennen Sie nicht direkt in die Apotheke, um sich ein Läusemittel zu kaufen. Diese helfen zwar, doch eine schnelle Lösung gibt es nicht, weil die Produkte nicht halten, was Hersteller versprechen. Dies liegt mitunter auch daran, dass Kopfläuse Resistenzen gegen Wirkstoffe ausgebildet haben und somit nicht ohne Weiteres los zu bekommen sind. Wichtig ist also, dass die Familie besonnen bleibt, Ruhe und Geduld bewahrt und sich konsequent um die Läusebehandlung kümmert.

Wir haben in unseren Ratgeber Kopflaus Spezial zusammengefasst, wie wir dem Problem beigekommen sind und wie wir die Zeit empfunden haben. Denn neben der immensen Arbeit, die mit der Läusebekämpfung verbunden ist, gibt es auch noch die menschliche Seite, wie man den Einzug des Ungeziefers bewerkstelligt.

Kopflausalarm – was jetzt?

Sobald man Läuse entdeckt hat, macht sich ein Gefühlschaos breit. Einerseits der Gedanke der Scham, andererseits kommt auch Ekel vor dem Krabbelviehzeug auf dem Kopf beim Kind auf und natürlich kommen sofort viele Fragezeichen in einem auf.

  • Muss ich meinem Kind jetzt die Haare abrasieren?
  • Kann ich mit dem Kind noch knuddeln oder muss ich für quarantäneähnliche Zustände sorgen?
  • Wo kommen die Viecher her?
  • Haben alle in der Familie Läuse?
  • Wie mache ich richtig eine Läusebehandlung?
  • Können die Kinder in Kindergarten und Schule?
  • Müssen wir zum Kinderarzt?
  • Übertragen Kopfläuse Krankheiten?
  • Gehen Kopfläuse auch auf Haustiere?
  • Muss ich die Wohnung desinfizieren?
  • Muss ich die Kleidung und die Bettwäsche besonders behandeln?
  • Welche Läusebehandlung hilft?
  • Ist die Läusebehandlung gesundheitsschädlich?
  • Was tun? Was hilft?
  • Wo finde ich Tipps, die was taugen?

Das sind jede Menge Fragen, die wir nach bestem Wissen und Gewissen beantworten möchten und dadurch in Ihrer Familie für Beruhigung sorgen möchten. Hier unsere Antworten:

  • Haare abrasieren ist heutzutage nicht mehr notwendig, denn verschiedene Produkte helfen beim Bekämpfen von Läusen.
  • Läuse können nicht hüpfen oder fliegen, sondern hangeln sich mit ihren Beinen von Haar zu Haar und bei nahem Körperkontakt auf diese Weise auch von Kopf zu Kopf. Tragen Sie und die Kinder möglichst zusammengebundene Haare und vermeiden Sie den Kontakt Kopf an Kopf oder Haar an Haar.
  • Läuse kann man grundsätzlich überall einfangen. Nämlich überall dort, wo Köpfe mit anderen Köpfen oder Haaren zusammenkommen. Auch herabgefallene Nissen (Läuseeier) können, wenn sie auf einen anderen Kopf übertragen werden, dort das Schlüpfen der Läuse verursachen.
  • Nicht zwingend hat gleich die gesamte Familie Läuse, doch sollte man akribisch alle Familienmitglieder auf Lausbefall untersuchen.
  • Die Läusebehandlung besteht aus der Läusebekämpfung durch ein Läusemittel (z. B. Läuseshampoo) und dem Auskämmen der Läusenissen. Es ist erforderlich, auch nach den Behandlungen mehrfach zu kontrollieren und ggf. die Behandlungen zu wiederholen.
  • Erst nach einer Läusebehandlung mit einem anerkannten Mittel dürfen Kinder wieder in Schule und Kindergarten. Es besteht eine Meldepflicht für Eltern, die dann auch gegenüber Kindergarten und Schule die Behandlung erklären müssen.
  • Der Gang zum Kinderarzt ist nicht notwendig, wenn man durch die Läusebehandlung das Problem in den Griff bekommt. Dennoch bringt der Gang zum Arzt für Eltern mehr Sicherheit und Beruhigung.
  • Kopfläuse können Krankheiten übertragen, doch eine frühzeitige und erfolgreiche Behandlung reduziert unseres Wissensstandes nach das Risiko so gut wie ganz. Dennoch sind wir keine Mediziner und verweisen wegen dieser Frage ausdrücklich an einen Arzt.
  • Kopfläuse sollen nur auf Menschenköpfen sich ansiedeln. Dennoch kann eine Kontrolle der Haustiere nicht schaden.
  • Die Wohnung muss nicht desinfiziert werden, jedoch gründlich gesäubert. Staubsaugen ist sinnvoll und auch das gründliche Waschen von Bettzeug und Kleidung.
  • Die Wäsche ab 60°C soll genügen. Nicht waschbare Textilien können eingefroren oder für ca. 2 – 3 Wochen luftdicht verschlossen werden, um die Läuse auszuhungern.
  • Es scheint so, als gibt es nicht DIE eine Läusebehandlung, die das Problem sofort behebt. Sinnvoll ist die Kombination von Läuseshampoo und dem Auskämmen der Nissen.
  • Läuseshampoos sind nicht unbedenklich, aber im Grunde fast unumgänglich. Darum ist es wichtig, sich sorgfältig über Nutzen und mögliche Risiken zu informieren und sich strikt an die Anweisungen der Hersteller zu halten. Präventiv und auf bloßen Verdacht sollten die Produkte nicht angewendet werden.
  • Um nach geeigneten Methoden zur Läusebekämpfung zu suchen, bietet das Internet eine tolle Plattform. Sie zeigt auch sehr schnell, dass der Kampf gegen Läuse und Nissen keine Angelegenheit von wenigen Tagen ist, sondern lange Konsequenz und Sorgfalt erfordert.

Haben Sie Läuse entdeckt, sollten Sie nicht unüberlegt handeln, denn ohnehin gibt es keine wirklich schnelle Lösung. Nehmen Sie sich ein paar Stunden, um sich zu informieren. So können Sie besser herausfiltern, welche Tipps überzeugend klingen.

Wie das Kind die Kopfläuse verkraftet

Nicht nur Eltern, sondern gerade auch das Kind ist entsetzt, wenn Läuse entdeckt wurden. Da man als Mutter und Vater nun Tochter oder Sohn am liebsten in den Armen trösten möchte, dabei aber auch die Kopfläuse übertragen werden können, ist es schwierig, richtig zu agieren. Keinesfalls sollte man die betroffenen Kinder jetzt abweisen und ihnen zeigen, wie verunsichert man selbst ist. Stehen Kindern nach der Diagnose die Tränen in den Augen, brauchen sie starke Eltern, die signalisieren: Wir tun jetzt sofort was gegen die Kopfläuse! Leisten Sie Soforthilfe, die zwar den Läusen nicht viel antun wird, aber dem Kind gut tun wird. Waschen Sie sofort den Kopf gründlich mit einem haushaltsüblichen Shampoo und danach mit einer ganz normalen Spülung. Kämmen Sie die Haare und picken Sie zumindest einige der Tiere vom Kopf ab. Das gibt Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn wieder ein besseres Gefühl und nun machen Sie sich auf die Suche nach Tipps, wie Sie effektiv gegen die Tiere vorgehen können.

Soziale Ächtung?

Läuse sind keine Sache, die auf mangelhafte Hygiene zurückzuführen ist. Jedes Kind und jeder Erwachsene kann Kopfläuse bekommen, denn die Tiere siedeln fast immer bei Haar-Haar-Kontakt zu einem anderen Kopf über. Dennoch kann der Lausbefall zur Ausgrenzung führen. Einerseits besteht die Meldepflicht, so dass man das Problem nicht geheim halten kann. Andererseits müssen betroffene Kinder und Erwachsene aktiv dazu beitragen und dafür sorgen, die Läuse nicht auf andere Köpfe zu verteilen. Darum ist es wichtig, dass Kinder und Erwachsene besprechen, dass man nun für längere Zeit nicht mehr einfach so die Köpfe zusammenstecken sollte und dass man keine Kopfbedeckungen, Haarspangen, Kämme und Bürsten ausleiht und mit anderen tauscht.

Auch die Bettwäsche, Jacken und Stofftiere sollten nicht von anderen Menschen genutzt werden. So hart es klingt, auch das unbedarfte Kuscheln und Knuddeln zwischen Kindern und Eltern oder das Toben von Geschwisterkindern sollte nun eine Weile kontrolliert ablaufen. Es ist also eine schwere Zeit für alle. Wichtig ist, dass sich alle bewusst machen, dass dies Maßnahmen sind, um das Getier möglichst schnell los werden zu können und es nicht weiter zu verbreiten. Insbesondere im Umgang mit Kindergartenfreunden, Klassenkameraden und Freunden ist es schwer, dass betroffene Kinder auf Distanz gehen, ohne offenbaren zu müssen, dass Läuse entdeckt wurden.

Und selbst wenn die Läusebehandlung erfolgreich durchgeführt wurde, ist das Kind oft immer noch das „Läusekind“. Als Eltern sollte man auch deshalb für eine schnelle und effektive Behandlung sorgen und Tochter oder Sohn darin bestärken, dass es nichts Schlimmes hat und jedes andere Kind genauso betroffen werden kann. Hilfreich kann es natürlich sein, den Nachwuchs einige Tage zuhause zu lassen, bis der Kopf wieder Läuse- und weitestgehend nissenfrei ist.

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