Kinder im Krabbelalter – Was Eltern beachten sollten

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Jetzt heißt es: Aufpassen

Sobald Babys mobil werden, stehen Eltern vor einer komplett neuen Herausforderung. In den ersten Lebenswochen verbringen Säuglinge den Tag und auch die Nacht vorrangig damit, Milch zu trinken, zu schlafen und natürlich mit der ersten Kontaktaufnahme zu den Eltern. Je nach Kind werden die Wachzeiten ab etwa 3 Monate dann endlich länger und Vater und Mutter können nicht nur ihr schlafendes oder nuckelndes Baby bewundern, sondern auch schon mit ihm spielen. Der süße Zwerg genießt die Aufmerksamkeit und irgendwie mögen es wohl alle Babys total gerne, wenn sie überall dabei sein können. Die Babywippe und die Krabbeldecke werden zum wichtigsten Utensil, denn hier kann das Kind mit in die Küche, ins Wohnzimmer, an den Schreibtisch usw. genommen werden und ist immer in der Nähe der Eltern. Kinder entdecken das erste Babyspielzeug wie Rasseln, Holzklötzchen und das Babytrapez, an dem bunte Spielzeuge hängen. Die neugierigen Fingerchen können auf Entdeckungstour gehen und schon bald bleibt es dabei alleine nicht mehr. Das Baby wird mobil und robbt, kullert oder krabbelt über die Krabbelunterlage und nähert sich vielen Gefahren. Eltern sind jetzt angehalten, stets auf der Hut zu sein und den Nachwuchs nicht mehr aus den Augen zu lassen.

Baby im Krabbelalter
Baby im Krabbelalter

Was sollten Eltern beachten?

Sicherheit auf der Krabbeldecke

Säuglinge im Krabbelalter sollten nie auf den blanken Boden gelegt werden. Auch nicht, wenn Teppichboden als Belag vorhanden ist. Eine Krabbelunterlage ist aus mehreren Gründen absolut sinnvoll. Einerseits wärmt sie bei entsprechender Materialstärke von unten, andererseits polstert sie. Keinesfalls sollte eine normale Wolldecke gefaltet und unter das Baby gelegt werden. Hier lauern schon die ersten Gefahren. Das Kind kann daran lutschen und Wolle verschlucken. Außerdem kann sich das kleine Baby die Decke über den Kopf ziehen. Erstickungsgefahr! Eine gute Krabbeldecke ist daher am besten etwas steif. Weil Babies immer alles in den Mund nehmen wollen, um zu erkunden (der Mund ist hierbei ein wichtiges Organ), erst recht, wenn das Kind zahnt, sollte die Krabbelunterlage auch bezüglich der Materialien unbedenklich sein. Hier können Eltern auf bekannte Prüfsiegel achten wie zum Beispiel „Textiles Vertrauen„. Damit ausgezeichnete Produkte sind geprüft auf Schadstoffe nach Oeko-Tex® Standard 100, wie z. B. die umweltfreundlichen Babymatten. Es gibt auch so genannte Krabbelrucksäcke, die vor allem für unterwegs äußert praktisch sind. Allerdings sollte hier ausschließlich ein solches Modell gewählt werden, wo keine Schnüre an der Krabbeldecke befestigt sind. Damit kann sich der Säugling strangulieren oder aber die Finger abschnüren. Generell sollte man Babys jedoch auf den Boden legen, nicht auf die Couch – es sei denn, man ist die ganze Zeit dabei und passt auf, dass es nicht runterfällt.

Babyspielzeug auf der Krabbeldecke

Gerade in den ersten Lebensmonaten sind die Kleinen noch sehr tapsig und manchmal ungeschickt. Babyspielzeug gehört deshalb ebenfalls zu den Gefahren, auch, wenn sie gemäß der Herstellerangaben als „altersgerecht“ ausgewiesen sind. Liegt ein kleines Kind auf dem Rücken und hält über sich eine Babyrassel in den Händen, kann diese ins Gesicht fallen. Liegt das Kind auf dem Bauch und hält die Rassel vor sich, kann es mit dem Gesicht drauf fallen. Babyrasseln sollten deshalb immer möglichst leicht im Gewicht sein und vor allem dürfen sie keine allzu weit herausstehenden Erhebungen und schon gar keine spitzen Kanten haben. Außerdem sollte nie zuviel Babyspielzeug auf der Krabbelunterlage liegen, weil das im Krabbelalter nicht nötig ist und sogar das Krabbeln verzögern kan. Eine der weiteren Gefahren sind Babytrapeze. Sie werden über dem Kind auf der Krabbeldecke aufgestellt, so dass verschiedene Spielzeuge über dem Säugling baumeln. Damit das Trapez nicht über dem Kind zusammenkracht, muss es unbedingt stabil sein. Außerdem haben verschluckbare Kleinteile nichts auf der Krabbelmatte oder im nähren Umfeld zu suchen.

Die Umgebung sichern

Der Übergang vom liegenden zum robbenden oder krabbelnden Säugling ist oft fließend. Andere Babys können es auf einmal und ehe man sich versieht, haben sie die Krabbelunterlage verlassen und robben oder krabbeln fernab der Krabbeldecke durch die Wohnung. Gefahren lauern hier an jeder Ecke. Bevor der Nachwuchs das Krabbelalter erreicht, sollten Eltern daher grundsätzlich vorbeugen und die Wohnung kindersicher machen. Dazu begibt man sich am besten selbst auf den Boden und krabbelt durch die Wohnung. So lassen sich am besten Gefahrenquellen erkennen. Hier die wichtigsten:

Steckdosen: Alle Steckdosen müssen mit einer Steckdosensicherung abgesichert werden. Erhältlich im Baumarkt oder in der Drogerie.

Kabel: Kabel sollten sorgfältig verlegt, am besten hinter Möbeln versteckt werden.

Schubladen: Schränke, die im unteren Bereich Schubladen haben, sind gefährlich, weil Babys im Krabbelalter sich daran die Finger quetschen können. Auch dafür gibt es entsprechende Sicherungen. Erhältlich im Babyfachmarkt oder Baumarkt.

Schränke & Schranktüren: Auch Schranktüren können ähnlich gefährlich sein, wie Schubladen. Und natürlich locken genau solche Dinge jedes Baby von der Krabbelunterlage, weil der Inhalt von Schubladen und Schränken ebenfalls erkundet werden will. Schubfächer und Schränke sollten also auch auf deren Inhalt untersucht werden, damit die kleinen Finger nichts herausnehmen, was nicht in Kinderhände gehört. Natürlich kann man auch Schranktüren so sichern, dass der Nachwuchs sie nicht aufbekommt.

Ecken: Jede Ecke ist eine besondere Gefahr für Kinder im Krabbelalter. Ecken lassen sich meist jedoch nicht wegräumen, weil sie an Möbelstücken sind. Dafür sollte man unbedingt nach entsprechend passenden Eckkappen suchen oder selbst kreativ einen Schutz basteln.

Was sonst noch fernab der Krabbelmatte lauert

So klein die Kids im Krabbelalter sind, so groß ist ihr Erkundungsdrang. Nichts, wirklich nichts lassen sie unerforscht. Die Küche und das Badezimmer sind für die Zwerge absolut gefährlich. Putzmittel, Hygieneprodukte, Spülmaschinenreiniger usw. – alles muss jetzt zwingend nach oben gestellt werden. Doch das reicht schon bald auch nicht mehr. Nach dem Krabbelalter kommt das Alter, wo gelaufen und geklettert wird. Abschließbare Hochschränke sind quasi Gold wert, wenn die Krabbelunterlage und das darauf liegende Babyspielzeug überhaupt nicht mehr spannend sind. Die Kleinen machen nun wirklich jeden Winkel der Wohnung oder des Hauses unsicher. Treppen müssen sorgfältig abgesichert werden. Und sogar der Futternapf und das Trinkwasser für Hunde und Katzen sollte nun anders organisiert werden, weil der Nachwuchs garantiert auf die Idee kommt, damit zu experimentieren. Das gleiche gilt für Pflanzen und alles, was auf Tischen, Schränken oder in Regalen liegt. Nichts ist mehr sicher und Kleinkinder werden zum Klettermeister. Regale und Schränke dürfen keinesfalls kippen und sowieso: Eltern sollten den kleinen Liebling jetzt gar nicht mehr aus den Augen lassen. Denn bald schon ist der Zwerg sehr schnell unterwegs und schon eine Minute der Unachtsamkeit kann allergrößte Gefahren bedeuten. Eine anstrengende, aber auch wunderschöne Zeit.

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Share This Post

Post Comment